Meditation vs. Entspannung

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Ein Klärungsversuch

Was ist eine Entspannungs-Meditation?

Entspannungs-Meditationen werden oft mit den Begriffen Phantasiereise, Entspannungsreise, autogenes Training betitelt. Entspannungsreisen sind meistens geführt. Das heißt, auf einer CD, MP3, erklärt der Sprecher was zu tun ist und was wir uns vorstellen sollen. Hierbei gibt es eng geführte Meditationen, aber auch locker geführte Meditationen, die an der ein oder anderen Stelle Raum für eigene Vorstellungen, Ideen, Bilder haben. Also Raum für die eigene Ausgestaltung lassen. Es ist Geschmackssache, ob man der eigenen Phantasie Raum lassen möchte, oder lieber ganz den Vorgaben des Sprechers folgt. Hier gilt es, auszuprobieren, was einem liegt.

Doch wo liegt der Unterschied, gibt es einen Unterschied? 

Der Unterschied dieser, ich nenne es jetzt mal „Techniken“ liegt in der Absicht, mit der ich sie durchführe. Lautet das Ziel: Ich möchte meinen Körper darin trainieren zu entspannen, liegt der Schwerpunkt auf den Entspannungseffekten. Autogenes Training zum Beispiel wurde genau dafür konzipiert. Ziel ist es, den Zustand der Entspannung, der zunächst von außen (Cds, MP3 mit angeleiteten Entspannungen) hergestellt wird irgendwann selbständig erzeugen zu können. Den Körper bewusst in diesen Zustand bringen zu können.

Lautet das Ziel: Ich möchte meinen Geist trainieren und mit meiner Aufmerksamkeit voll und ganz bei dieser Entspannungsmeditation bleiben, bei den Worten, Klängen und Bildern, befinden wir uns im Bereich der Meditation.

Eine Abgrenzung von Entspannung – und Meditation ist also nur über die Absicht, welches Ziel verfolgt wird, möglich. 

Somit wird auch klar, dass es keine Rolle spielt, ob es nun Entspannungsreise, Entspannungs-Meditation oder anders genannt wird. Der Zuhörer entscheidet, was er daraus macht. Eine Entspannung oder eine Meditation.

Was bringt es?

Unser Körper lernt, durch Wiederholung, gleiche Abläufe: Hinlegen, Aufmerksamkeit auf den Körper lenken, Atmung  – Das „Umschalten“ auf Entspannung. Zum Zweiten lernt unser Körper wieder wie sich der Entspannungsmodus anfühlt. Der Parasympathikus, ein Nerv des vegetativen (auch autonomen, unbewussten) Nervensystems wird dadurch beeinflusst. Der Parasympathikus ist ein Nerv, der eine direkte Wirkung auf unsere Organe, Drüsen und glatte Muskulatur hat (wie zum Beispiel den Darm). Er sorgt im Körper für Entspannung. In dem Moment, wo wir uns dazu entscheiden eine Entspannungsreise zu machen, fahren wir den Körper in den Entspannungsmodus runter. Der Parasympathikus wird aktiviert – mit den entsprechenden positiven Auswirkungen im gesamten Körper. Wenn wir dann nach der Entspannungsmeditation in den Alltag zurückkehren, bleibt dieser Effekt noch eine Weile erhalten. Und durch den Lerneffekt, dadurch dass wir das Umschalten auf Entspannung trainieren (Atmung, mit Bildern), sind wir irgendwann in der Lage uns auch im Alltag, genau darüber, über Atmung, oder Bilder uns immer wieder, dann wenn wir es brauchen in diesen Zustand zu bringen.

Also, auch allein schon das tägliche Üben einer solchen Entspannungsreise, oder -Meditation, hat enorme Effekte.