Setzen, stellen, legen?

meditierende Frauen

Über die Position beim Meditieren.

Wenn du in einem Vortrag sitzt, und es gerade richtig interessant wird und du dich konzentrieren möchtest, auf keinen Fall etwas verpassen willst. Wie sitzt du dann? Wir richten uns automatisch auf, um uns zu konzentrieren. Um alles mitzubekommen.

Eine aufrechte Haltung heißt: “Ich bin aufmerksam. Ich bin präsent.“ Diese Haltung einzunehmen fällt möglicherweise nicht immer leicht. Aber sie „macht“ etwas mit uns. Wenn du dich schlecht fühlst, einen miesen Tag hast, läufst du mit herabhängenden Schultern durch deinen Tag. Wenn du dich bewusst aufrichtest, die Schultern zurückziehst, den Kopf anhebst, dich gerade hinstellst dein Gesicht entspannst, wird sich automatisch auch deine innere Haltung ändern.
Das erfordert aber die bewusste Entscheidung dazu. DU übernimmst die Verantwortung dafür, wie du dich fühlen möchtest. Das erfordert Mut.
Und an manchen Tagen braucht es auch diesen Mut, sich beim Meditieren in eine aufrechte Haltung zu begeben, gerade dann, wenn uns eigentlich so gar nicht danach ist.

Und damit ist die Frage schon beantwortet. Wenn du konzentriert meditieren willst, dann setze dich aufrecht hin. Möchtest du entspannen, dann kannst du dich auch legen. Sobald wir liegen verbindet unser Körper “Schlaf“ damit. Es unterstützt dich sogar dabei in die Entspannung zu kommen. Beim Meditieren möchtest du das aber nicht. Du möchtest ja konzentriert, aufmerksam und wachsam sein und dich auf dein Meditationsobjekt fokussieren.

Wenn dir das aufrechte Sitzen schwer fällt, und du nicht an einer körperlichen Erkrankung leidest, sind deine Muskeln schlichtweg nicht trainiert genug. Sie sind es nicht gewohnt diese Haltung einzunehmen und somit zu schwach. Das ist unangenehm. Tut vielleicht sogar weh. Es wird mit der Zeit besser. Mit jedem Mal, wo du dich zum Meditieren hinsetzt trainierst du sie. Es darf aber nicht dazu führen, dass es dich davon abhält überhaupt zu meditieren. Bevor du wegen der Haltung es gar nicht machst, dann suche dir eine Position, die gut für dich ist. Setze dich auf einen Stuhl. Setze dich auf ein hohes Kissen, und rutsche nach vorne. Dadurch unterstützt du deine Lendenwirbelsäule und du kannst leichter aufrecht sitzen. Es gibt auch verschiedene Meditationskissen, in unterschiedlichen Höhen. Teste verschieden Varianten und finde deine.

Deine innere Haltung ist deutlich wichtiger, als deine äußere Haltung. Heißt: Ganz egal, wie es vielleicht gerade aussieht, verhasple dich nicht in Äußerlichkeiten, in solchen Rahmenbedingungen. Konzentrier dich in erster Linie auf`s Tun. Fang einfach an! Und mach es so, wie es für dich richtig ist. Ich bin kein Freund von „nur so und nicht anders“. Ich bin ein Freund von „hör auf dich und finde deinen eigenen Weg“.

Allein oder in der Gruppe?
Ich persönlich habe jahrelang für mich alleine meditiert, ohne in eine Meditationsgruppe zu gehen. Ich bin in keiner bestimmten Meditations-„Richtung“/Philosophie zu Hause. Zu meditieren ist für mich eine Frage der Grundeinstellung. Und ich integriere es ganz selbstverständlich in meinen Alltag. Jeden Tag. Es ist für mich ein geistiger „Zustand“ in den ich selbstverständlich und unabhängig von äußeren Rahmenbedingungen gehen möchte. Die Freiheit zu haben, selbst zu entscheiden wann und wie ich das tun möchte. Und vor allem auch zu wissen, ich bin in jeder Situation, dazu in der Lage. Gibt mir eine Unabhängigkeit und dem ganzen Thema eine Selbstversändlichkeit. Für mich ist es nichts, wo ich ihngehen möchte, um es nur dort tun zu können. Ein Urlaub aus dem Alltag.
Inmitten von Natur, am Stand, in Ruhe in einem stillen Raum – dort zu meditieren fällt uns leicht. Wir brauchen diesen Kontakt, diese Möglichkeit in die innere Ruhe zu gehen aber auch und vor allem, inmitten von Chaos. Zu meditieren inmitten von Unordnung, Spielsachen, Bauklötzen – mitten im Leben. Mitten im Alltag. Das ist doch eigentlich genau das, was wir brauchen. Was wir uns wünschen.
Aber auch hier. Entscheide selbst, was für dich richtig ist. Schau dir Meditationsgruppen in deiner Nähe an. Vielleicht brauchst du einen festen Rahmen. Feste Rituale, die Begegnung mit Menschen, die die gleichen Interessen haben. Vielleicht fällt es dir dadurch leichter, Meditation zu Hause weiterzuführen. Vielleicht bist du auch in einer bestimmten Meditationsrichtung zu Hause. Dann ist es genau das, was du zum jetzigen Zeitpunkt in deinem Leben brauchst. Probier es aus. Und mach es so, wie es für dich richtig ist.