Was sind Gedanken?

Gehirn mit bunten Farbkleksen

Sie beeinflussen uns, unser tägliches Leben. Unser Erleben. Unser Empfinden. Unsere Gedanken über uns, die Welt. Viele fühlen sich überschwemmt von ihren Gedanken. Sehen sich als Opfer ihrer Gedanken. Aber ist das so? Können wir so wenig ausrichten? Was sind Gedanken eigentlich genau? Woher kommen sie? Von was werden sie beeinflusst?

Die Zahl der Gedanken, die uns täglich durch den Kopf schwirren schwankt in der Literatur zwischen 60-80.000. Ich will mich hier nicht darin verlieren, wie diese Zahlen in den einzelnen Studien ermittelt wurden, ob sie plausibel sind oder nicht. Zahlen in dieser Größenordnung begegnen einem in sämtlicher Literatur zum Thema. Ich kann nur für ein Frauengehirn sprechen – aber da könnte diese Zahl durchaus realistisch sein ;o)
Kleiner Scherz am Rande. Aber tatsächlich unterscheidet sich die Zahl der Gedanken in Frauengehirnen unwesentlich von der in Männergehirnen. Nur für den Fall, dass jemand dachte, es gäbe einen wesentlichen Unterschied. :o)

Aber was ist ein Gedanke genau?
Gedanken sind im Grunde genommen ein Chemiecocktail.
Wir nehmen zum Beispiel etwas war (Auge) dieser Reiz wird in unserem Gehirn erfasst. Und dort verarbeitet (Thalamus/Hypothalamus) Im Gehirn wird eine biochemische Reaktion ausgelöst[1]. Wir bewerten: Gut, oder schlecht? Sind wir zufrieden oder nicht? Gefahr oder Friede? Positiv oder negativ?

Wovon werden unsere Gedanken also maßgeblich beeinflusst?
Von dem was wir wahrnehmen. Also von dem was uns umgibt. Besser gesagt: von dem mit dem wir uns umgeben.

Und das ist eine ganze Menge.

Deine Gedanken sind abhängig davon, was du in dein Gehirn lässt. Das bedeutet aber auch, dass du einen maßgeblichen Teil deiner Gedanken beeinflussen kannst. Weil du beeinflussen kannst, mit wem oder was du dich umgibst, was du in dein Gehirn lässt.
Du trägst die Verantwortung dafür.
Und es liegt in deiner Verantwortung, wie du mit äußeren Einflüssen umgehst. Die bewusste Entscheidung darüber.
„Du bist nicht deine Gedanken.“ Ist einer dieser wichtigen Sätze. Sich immer wieder klarzumachen, dass Gedanken, durch verschiedene Dinge beeinflusst, entstehen. Durch Einflüsse, aber auch abhängig von der “Grundchemie“, der Grundstimmung, die im Körper herrscht, unseren Bewertungen und dem erneuten Erfassen der Außenwelt, immer auf der Suche nach Bestätigung der Grundannahme. So entstehen unsere Gedanken. Es ist wichtig, sich klar zu machen, das bist nicht du – sondern das ist der Mix aus dem, was dich umgibt.
Es liegt in deiner Verantwortung, wie du mit äußeren Einflüssen umgehst. Es ist deine bewusste Entscheidung darüber.
Das ist Training. Nichts weiter.
Wahrzunehmen – was machen die äußeren Einflüsse mit mir? Wie beeinflussen sie meine Gedanken – Gefühle – und Handlungen?
Die bewusste Entscheidung darüber, wie du damit umgehst.
Und folglich auch die Frage – möchtest du weiterhin unter diesen Einflüssen stehen? Bist du zufrieden mit deinem Umgang damit? Wenn nicht, sieh es als Einladung – daran zu arbeiten. Schritt für Schritt.

Fragen zum weiterdenken:

  • Mit was umgibst du dich? Was siehst du? Hörst du? Spürst du? Riechst du?
  • Mit was fütterst du dein Gehirn? Welche Bücher, Zeitschriften liest du? Wie oft hast du dein Handy in der Hand, was liest oder siehst du dort? Ist es nützlich? Bringt es dich weiter? Wie viel Zeit vergeudest du dabei? Zeit, in der du dein Hirn mit schöneren Dingen hättest füttern können. Mit Dingen die dir gut tun. Dinge, die deine Kreativität beflügeln. Dinge, die dir weitere positive Gedanken bringen. Dinge, die dich weiterbringen.
  • Wie gut versorgst du dein Gehirn, mit dem was es braucht, um gut zu funktionieren? Was isst du? Kochst du frisch, dass alle Vitamine und Mineralien noch vorhanden sind? Trinkst du genug Wasser? Verzichtest du auf Zucker?
  • Welche Menschen umgeben dich? Wir werden maßgeblich von den 3-5 Menschen beeinflusst, mit denen wir die meiste Zeit verbringen. Sind es Menschen, die dich gut behandeln, dich respektieren, wertschätzend, liebevoll, mit dir umgehen? Oder sind es Energieräuber?
  • Tankst du Sauerstoff und Sonne, also, bist du draußen an der frischen Luft?

Bewegst du dich, machst Sport, dehnst dich regelmäßig?

  • Wie oft lenkst du dich ab, nur um nicht deine Gedanken – Gefühle wahrnehmen zu müssen. Nur um sie zu überdecken?
  • Wie ist die Grundstimmung in deiner Umgebung? Genervt? aggressiv? Gestresst? Wie sprecht ihr miteinander? Respektvoll, liebevoll, wertschätzend? Oder das Gegenteil? Wird viel geschrien? Hört ihr einander richtig zu? Nehmt ihr euch Zeit füreinander?

Und wieder ein Beitrag, der Stoff für viele weitere (Fragen) bietet  ;o)


[1]
Der Neurowissenschaftler António Damásio unterscheidet zwischen Emotionen und Gefühlen: Emotionen seien körperliche Reaktionen, die auf einen Reiz folgen und nach außen sichtbar sind; Gefühle hingegen entständen, wenn das Gehirn die Reaktionen des Körpers analysiert und bewusst wahrnimmt. Für weitere Infos, vgl. Publikationen von António Damásio.